KÖRPERPUNK-PORTRAIT: ANTONIO

 

„Punk ist, die Dinge und sich selbst permanent zu hinterfragen. Kritisch bleiben und sich befreien.“

Antonio ist Vater von zwei Kindern, leidenschaftlicher Yogi, Skater und seit kurzem auch Yogalehrer und mit „ToolYoga“ unterwegs. Körperpunk hat wieder nachgefragt.

„Der Spaß und die Befreiung aus gewohnten Mustern stand im Vordergrund.“

Punk, Skaten, Parties und Yoga. Fuck the System und so… Viele fragen sich was das mit Yoga zu tun hast. Ich unterscheide da nicht. Mit Anfang 20, macht man sich weniger einen Kopf um gewisse Dinge. In meiner Zeit stand bei vielen erstmal der Wunsch nach dem Anders sein.

Der Spaß und die Befreiung aus gewohnten Mustern stand im Vordergrund. Beim Punk geht es um die eigene Auseinandersetzung und Abgrenzung mit der Umwelt. Ob das dann über die Musik, Sportart, Szenezugehörigkeit, Modebewusstsein geht, das ist eigentlich egal. Im Yoga beginnt man mit sich selbst. Es ist der Beginn sich selbst anzunehmen und Frieden mit der Umwelt zu schließen. Man gibt nicht mehr dem „fucking system“ die Schuld. Schließlich schafft dieses kapitalistische System, welches sich selbst überholt, bei vielen Menschen auch ein radikales Umdenken.

Yoga ist eine innere Erfahrung und hatte Anfang der 90er nicht den Stellenwert von heute in der Gesellschaft. Die damit verbundenen Erfahrungen sind sehr individuell oder spiritueller Natur und für mich bestand nicht das Bedürfnis darüber mit meinen Freunden zu sprechen. Heute ist Yoga fest in mein Leben integriert. Was nicht heißt, dass ich zwangsläufig jeden Tag Asana betreibe. Tägliche Meditation ist aber nicht mehr wegzudenken.

„Yoga auch einfach mal Yoga sein lassen.“












Die eine Sache die mir meine Praxis immer wieder gibt ist die Zufriedenheit mit dem was gerade gegeben ist. Ich gucke immer, was mein Körper gerade braucht. Gestern war ich einfach nur 15 Minuten im Kleinkind und es war super. Mein Yoga ist mal kraftvoll, mal soft, mal ernst, mal spielerisch, mal ruhig und mal laut. Mit der Erfahrung steigt die Kurve der stetigen Hingabe und Leidenschaft mit der man Yoga betreibt. Der Handstand ist noch immer nach wie vor cool, verliert aber zunehmend an Bedeutung. 

Mit Mudras, Mantras und Pranayama zu arbeiten ist gigantisch und ich bekomme meinen inneren Glückskern schnell zu fassen. Dadurch bin insgesamt liebevoller im Umgang mit mir selbst geworden und bewusster im Umgang und Konsum mit dem Außen. Ich hoffe mir das weiterhin bewahren zu können, aber manchmal muss man Yoga auch einfach mal Yoga sein lassen. Es gab Phasen, wo ich mehr Kampfkunst und Phasen in denen ich viel gefeiert habe. Dann wieder mit Anfang 30 habe ich regelmäßig praktiziert.

„Meine größten Lehrer sind aber oftmals meine Töchter.“

Meine größten Lehrer sind aber oftmals meine Töchter. Die kleinen Yogis lehren mich die kleinen Dinge zu entdecken. Manchmal nehme ich sie auch mit in eine Yogastunde, wie beim Personal Training mit Körperpunk.

Mich erfüllt es mit Stolz und Liebe, meine beiden Töchter so eifrig und auch fokussiert zu sehen. Es ist schön ihnen mitzugeben, dass es wichtig ist sich anzunehmen und das man sich nicht vergleichen muss.

„Lieben und lieben lassen.“

Daraus resultiert ein gesundes Selbstwertgefühl. Mit dem Schritt zu unterrichten, kam auch die Erkenntnis zu meinem Selbstwertgefühl. „Ich bin so gut bin, wie ich bin.“ Ich versuche nicht alles zu planen. Da bin ich eh kein Typ für. Ich fänd es cool, wenn der Rocker aus der Kneipe, neben dem Juppy oder dem Sinnsuchenden die Matte ausrollt, sie zusammen yogieren und sich ein Lächeln schenken; Frei von Vorurteilen.
Körperpunk ist Louisa; Fundiert, Authentisch, Humorvoll.
ToolYoga bin ich … alle sind anders und doch sitzen wir alle im gleichen Boot.

Fotos: Lisa Onderka

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